Ruth en argentinia

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Zwischen hungrigen Bäuchen und lachenden Augen

Vor einigen Wochen habe ich einen klitzekleinen Einblick in eine Art von Arbeit mit Strassenkindern gewinnen Können. Ich hatte die Möglichkeit bei einer Essensausgabe für Strassenkindern mitzuhelfen, einiges an die Kinder weiterzugeben und einfach Gemeinschaft mit ihnen zu haben.
Jeden Samstagmittag trifft sich ein Team in der Gemeinde um das Essen für die vielen Racker vorzubereiten. Da heisst es dann erstmal Gemüse und Kartoffeln für die Suppe schnibbeln, denn das gibt es meistens, weil die Kinder oft nur “härtere Nahrung” zu sich nehmen wie Brot (das ist hier sehr bilig). Da habe ich natürlich auch mitgeholfen. Gegen 12 Uhr füllte sich dann der Raum mit vielen hungriegen Kindern, die alle noch Freunde mitbrachten. Das war echt schön mit anzusehen, wei die ganzen Kinder in das Gemeindehaus stürmten und sich fast um die Sitzplätze stritten
Als wir dann vorgestellt wurden (Anastasia, die mit mir zusammen hier ist und ich) als Deutsche, von der anderen Seite der Welt, waren die Augen der Kinder umso grösser und wir waren die Atraktion. Für die Kinder schien es, als wären wir nicht von der anderen Seite der Welt sondern von einer anderen Welt.
Vor dem Essen gab es eine kurze Andacht und wir hatten die Möglichkeit auch etwas zu sagen. Ich habe mich krz vorgestellt und einige Dinge gesagt, die mir gerade auf dem Herzen lagen. Danach haben wir noch zusammen fürs Essen gedankt udn dann ging das eigentliche Essen los. Jeder bekam einen Teller Suppe und 2 Stückchen Brot. Alle wollten gleichzeitig, keiner wollte warten. Ich habe das Brot an die Kinder verteilt und das war wirklich lustig. Alle wollten meinen Namen wissen und mit mir rumalbern. Das war ein lautes Gelächter und die Kinder hatten einen Spass.
Nach dem Essen gab es dann noch für jeden ein Glas Saft. Hier schien es, als würden die Kinder den Safttopf gleich umwerfen vor lauter Gedrängel. Jeder hatte Angst nichts mehr abzubekommen. Dieses Bild habe ich jetzt noch vor Augen, Die vielen Kinderarme, die sich alle nach dem Saft ausstreckten.
Zwischendurch haben Nasti und ich Fotos gemacht, was fuer die Kinder total aufregend war und natuerlich wollte jeder auf ein Bild mit uns.

Aber am meisten von allem werden mir diese Kinderaugen in Erinnerung bleiben. Einerseits voller Hoffnungslosigkeit und doch voll Freude. Die Vorstellung, dass viele dieser Kinder den ganzen Tag draussen verbringen, in Blechhuetten wohnen oder durch Muellsammeln versuchen ein wenig Geld zu verdienen, hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Und die meisten von ihnen werden nicht die Möglichkeit haben jemals aus diesem Leben zu entfliehen.
Ich find die Arbeit dieser Gemeinde gut. Zwar wird den Kindern nicht gleich ein neues Leben angeboten, aber wenigstens eine kleine Hilfe. Und die Kinder kommen gerne jeden Samstag. Fast alle kommen regelmäßig und bringen stets neue Freunde mit. Und mich selber hat es froh gemacht die lachenden Kinder zu sehen und zu wissen, dass ich wenn auch nicht viel aber wenigstes ein klitzekleines bisschen dazu beitragen konnte.
Ruth am 23.11.06 23:29


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