Ruth en argentinia

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Rundbrief Nr.6/ März 07- April07

Hallo liebe Freunde, Verwandte und Bekannte!
Nach 2 Monaten einer mehr oder weniger turbulenten aber auch sehr interessanten Zeit im Kinderheim grüsse ich euch recht herzlich mit diesem Rundbrief. Ich möchte euch diesmal in meinen Alltag im Kinderheim in Alvarez, ein kleines Dörfchen in der Nähe von Rosario/Argentinien mit hinein nehmen und euch an dem teilhaben lassen, was ich in den letzten Wochen so gemacht habe!

Ein ganz normaler Tag im Leben einer „Tía“(Tante)
Das Kinderheim in Alvarez zählt 7 freche und aufgeweckte Mädchen im Alter von 5 bis 11 Jahren und ausserdem noch die Heimleiter, ein junges Ehepaar mit einer Tochter von einem Jahr. Eigentlich ist es mehr wie in einer grossen Familie und nicht so „typisch“, wie man sich ein Kinderheim normalerweise vorstellt.

Und so sah mein Tag aus:

9.30
Die Kinder werden geweckt und während sie sich waschen und ihre Zähne putzen, sorgt „tía Ruth“ dafür, dass das Frühstück fertig ist. Manchmal kommt auch die ein oder andere freundliche Helferin dazu.

10.30
Mittagessen kochen ist angesagt, denn die Kinder gehen nachmittags in die Schule und müssen um 12.50 Uhr das Haus verlassen. Während die Kinder in der Schule sind, kann ich einige Stunden „Ruhe“ geniessen, denn allzu lange hält diese Ruhe nicht an.

17.30
Die Rasselbande hat Schulschluss und nach einer kurzen „Merienda“ (Zwischenmahlzeit) beginnt der tägliche Kampf der Hausaufgaben denn auch diese Mädels haben mal mehr und mal weniger Lust diese zu erledigen. Danach ist für die Kinder spielen angesagt und „tía Ruth“ bereitet das Abendessen vor.
Nun wisst ihr, wie so ein ganz normaler Tag bei mir aussah.
Aber natürlich waren Kochen und Hausaufgaben nicht die einzigen Dinge, die auf mich zukamen. Bei 7 Kids gibts natürlich auch stets genug Wäsche zu waschen, Streits zu schlichten, zu putzen... Es gab wirklich fast immer irgendetwas zu tun. Zwischendurch hatte ich immer mal wieder die Gelegenheit um mit den Kindern eine Andacht zu machen. Manchmal stand auch einfach nur zusammen Spielen oder Basteln auf dem Programm.

Die Kinder
Alle 7 Mädels sind quicklebendig und wenn man sie sieht würde man nicht gleich darauf schliessen, dass alle von ihnen eine schreckliche Vergangenheit hinter sich haben. Es hat mich schockiert, als ich nach und nach, die Geschichten jeder Einzelnen erfuhr. Diese Kinder haben wirklich schon einiges hinter sich; ihre Mütter haben sich nie um sie gekümmert, ständiger Partnerwechsel war für die Kinder Alltag, eine Mutter sitzt im Gefängnis wegen Drogenschmuggels und einige wurden sexuell missbraucht. Manche Kinder hatten Verhaltensweisen wie kleine Tiere, als sie im Heim ankamen. Jedoch werden sie von den Heimleitern stets mit viel Liebe behandelt und sie sehen jedes einzelne der Mädels als wunderbares Wesen Gottes an. Aber dennoch hat Gott schon viel in ihren Leben verändert und sie sind wie ganz normale Kinder, toben gerne herum, machen manchmal etwas Unfug und können sich auch ganz schön gut zanken. Ich habe jede der 7 sehr lieb gewonnen, auch wenn ich als „tía“ natürlich auch immer mal wieder für Grenzen sorgen musste.

Wie war die Zeit für mich persönlich?
Diese 2 Monate im Kinderheim haben verschiedene Erfahrungen mit sich gebracht. Einerseits habe ich einiges dazulernen können, was Verhaltensweisen von Kindern angeht, gerade Kinder, die nicht unter „normalen Umständen“ aufgewachsen sind. Aber auch von den Kindern selber konnte ich wirklich vieles lernen. Von jedem Mädchen habe ich etwas mitnehmen können. Eine hat z.B. jeden Abend bei meinem „Gebetsgang“ durch jedes Zimmer für ihre und vorallem auch meine Familie gebetet. Wenn ich es mal nicht getan habe sagte sie immer: „Tía Ruth, du hast nicht für deine Familie gebetet, obwohl sie doch so weit weg ist.“ Das hat mich oft zum Nachdenken gebracht; soetwas aus dem Mund eines Kindes, das ihren Vater nicht kennt und ihre Mutter vielleicht 2 Mal im Jahr sieht, zu hören.
Ich war gerade in einer Zeit im Heim, in der es einige Unstimmigkeiten zwischen den Gemeindeleitern und den Heimleitern gab. Gerade diese Situation war nicht immer leicht und bis jetzt weiss ich auch noch nicht, warum Gott mich in diese Situation gestellt hat, aber ich denke, dass ich einiges davon mitnehmen konnte und dass es eine Vorbereitung auf etwas ist. Auch weiss ich, dass ich gerade in dieser, für die Heimleiter besonders schweren Zeit, eine grosse Hilfe war und sehr viel Möglichkeit hatte ihnen praktisch zu dienen. Außerdem habe ich viele Menschen kennen gelernt, die mir zum Vorbild geworden sind und durch die ich oft über mich selber nachdenken musste. So wie sie sagen, dass ich für sie ein Segen war, sind sie mir auch zu einem grossen Segen geworden!

Wie es jetzt weiter geht
Vielleicht denken schon viele von euch daran, dass meine Zeit hier ja schon bald zu Ende ist und damit habt ihr auch recht. Dennoch wartet auf mich noch eine letzte, neue Etappe. Ich werde für die letzten knapp 2 Monate nach Santiago/Chile gehen und dort in einer Schule sowie im Cec-Büro Chile und in einer Gemeinde mithelfen. Ich bin schon sehr gespannt, was genau mich dort erwarten wird.

Gebetsanliegen
Dank
- für die Zeit im Kinderheim
- für alle wertvollen Begegnungen, die ich mit den Menschen im Heim hatte
- für die Finanzen, denn Gott hat mich schon reich beschenkt!
- für die Führung, die ich in den letzten Wochen erleben durfte
- für die bevorstehende Zeit in Chile

Bitte
- für die Kinder im Heim. Dass sie Gottes Liebe in ihrem Herzen spüren und für ihr Leben wissen, dass sie einen himmlischen Vater haben, der sie sehr liebt!
- Bereitschaft, mich auf die Zeit in Chile einzulassen
- dass ich stets mit der richtigen Einstellung meinen Dienst hier antrete
- ein Teil des Geldes fehlt mir noch

Nun bin ich schon mehr als ein halbes Jahr von Deutschland weg und doch spüre ich immer wieder, wie eure Gebete mich tragen. Ich bin euch sehr dankbar, dass ich wirklich wissen darf, dass ihr hinter mir steht und mich unterstützt, im Gebet sowie auch finanziell. Vielen, vielen Dank.

Auch habe ich meine Homepage etwas aktualisiert, wer also etwas wissen möchte: www.myblog.de/ruth-en-argentina oder www.cecweb.de/st .

Eure Ruth



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