Ruth en argentinia

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Rundbrief Nr. 3/ November 06

Hallo liebe Freunde, Verwandte und Bekannte!
Viele liebe Grüsse aus 39 Grad im Schatten, prallender Sonne und mit Weihnachstdeko geschmückten Strassen. Auch hier in
Paraguay rückt Weihnachten immer näher, aber so ganz kann
ich mich da noch nicht drauf einstellen. Schliesslich bin ich
Weihnachten mit Schnee, Kälte und Kerzen gewöhnt. Schon
seltsam die geschmückten Strassen und Einkaufszentren zu sehen, während man draussen in der Sonne fast schmiltzt.
Von meinem letzten Rundbrief bis jetzt sind nur 4 Wochen vergangen, aber ich habe soviel erlebt, dass es 10 Wochen füllen könnte.

Mein Leben und meine Aufgabe in Asunción/Paraguay
Ich wohne hier direkt im Stadtzentrum von Asunción, der Hauptstadt von Paraguay. Mit einer anderen Shortie (Kurzzeitlerin), Anastasia, teile ich mir ein Zimmer direkt hinter dem Büro. Wir wohnen zusammen mit einer Missionarsfamilie aus Chile. Im CEC-Buero arbeiten 4 Mitarbeiter. Hier herrscht eine schöne, familiäre Atmosphäre, was sich auch dadurch zeigt, dass wir eigentlich jeden Mittag zusammen essen oder manchmal auch essen gehen. Natürlich bin ich auch das ein oder andere Mal diejenige, die kocht. (Waschen, Putzen und was sonst noch so zum Haushalt dazugehört erledige ich natürlich auch ) Das Leben hier ist schon anders, als in Argentinien. Man merkt einfach, dass dieses Land ärmer ist.
Meine Aufgabe besteht hauptsächlich darin CIMA (die Schulungskonferenz im Sommer) in Gemeinden oder Schulen vorzustellen. Dafür bin ich in den letzten Wochen quer durch Paraguay gereist um auch im letzten Zipfel von Paraguay Jugendliche für CIMA 2007 zu gewinnen. Mittlerweile klappt es mit der Sprache auch schon so gut, dass Anastasia und ich eine Reise ans andere Ende von Paraguay alleine unternommen haben um CIMA vorzustellen. Und die Zahlen der Anmeldungen steigen. Neben vielen netten Menschen, die ich kennen lernen durfte, konnte ich auf den stundenlangen Busfahrten auch immer wieder die Schönheit von Paraguay bewundern. Ein wirklich schönes Land!
Wenn ich nicht gerade irgenwo am anderen Ende von Paraguay unterwegs bin, helfe ich hier im Büro aus, wenn etwas anfällt oder Anastasia uns ich passen auf die Kinder der Missionarsfamilie auf (haben 3 Kinder). Ausserdem habe ich auch bei einer Essensausgabestelle einer Gemeinde für Strassenkinder geholfen. Das war wirklich eine wertvolle Erfahrung. Diese Kinderaugen, die einerseits so strahlten und doch wiederrum so eine Hoffnungslosigkeit mit sich brachten. Ich durfte auch verschiedene Gemeinden und Gemeindeformen kennen lernen, was für mich wirklich eine bereicherung ist. Jedoch werde ich noch Ende dieses Monats zurück nach Argentinien gehen um dort bei den Vorbereitungen für CIMA zu helfen.

Mein Einsatz bei den Indigenas:
Vor knapp einer Woche war mein Zuhause für 6 Tage mitten im Land. Ich war 6 Tage bei einer Missionsstation von New Tribes Mission (die arbeiten unter unerreichten Volkesstämmen), habe bei einer amerikanischen Missionarsfamilie gewohnt und einen Einblick ihrer Arbeit unter den Indigenas (Uhreinwohner Paraguays) gewinnen können. Das war eine sehr wertvolle Zeit mit wertvollen Erfahrungen! Ich konnte einen guten Einblick in die Arbeit der Missionare, aber auch in das Leben und die Kultur der Indigenas gewinnen. Einer der Unterschied zwischen ihrem und unserem Leben ist schon allein, dass man 2 Stunden über rote Erdstrassen (wenn man das Strassen und nicht eher Trampelpfad nennen kann) fahren muss um das erste „normale“ Haus zu erreichen. Es war sehr interessant, wie die Missionare arbeiten um den Indigenas die Gute Nachricht zu erklären. Mich hat es sehr beeindruckt, welch einen tiefen Glauben einige der Indigenas haben. Einige unterrichten in den Bibelklassen der Missionare und ihr tiefer Wunsch ein Leben mit Hingabe an Gott zu leben war für mich auch sehr überraschend. Und ich habe gemerkt, dass wir sehr viel von diesen scheinbar „unzivilisierten“ Menschen lernen können. Ein Punkt ist die Dankbarkeit. Schon allein durch das Leben der Missionare wissen die Indigenas sehr wohl, dass es mehr gibt als das, mit dem sie leben, aber viele sind zufrieden mit dem was sie haben.
Eine der Missionare erzählte mir von einem Familienvater, der eine neue Arbeit suchen wollte um mehr zu verdienen. Seine Frau fragte ihn, wofür er mehr Geld verdienen wolle, denn sie hätten doch täglich genug zum Essen, genug Kleidung und haben jeden Tag genug Mittel um zu überleben. Warum mehr Geld verdienen als man brauch. Sie als Familie wollen einfach dankbar sein, dass Gott ihnen täglich genug zum Leben gibt. Am letzten Tag, als wir zurück in die Stadt fahren wollten um uns wieder auf den Weg nach Asunción zu machen, habe ich noch etwas erlebt, was ich sicher so schnell nicht vergessen werde. Wir wollten gerade losfahren, als ein Indigena herbei kam und sagte, dass ein Mädchen sich beim Spielen mit einer Pistole in den Bauch geschossen hat. Also hiess es ab ins Krankenhaus. Wir waren knapp 5 Minuten unterwegs, als der Vater von dem Mädchen sagte, dass er etwas hier lassen wolle. Er hatte den Revolver noch dabei. Also sind wir zurück gefahren um ihn bei den anderen Missionaren abzuladen. Ich kann euch sagen, das war ein komisches Gefühl jemanden hinter sich sitzen zu haben mit einer geladenen Pistole... Sind dann weiter gefahren und diese Fahrt war glaub ich die schrecklichste und sicher unvergesslichste in meinem Leben. Die Strassen dort sind voller Schlaglöscher etc. und bei jedem Schlagloch habe ich auf den Aufschrei des Mädchens hinter mir gewartet. Die ganze Fahrt ein Wimmern und Weinen. Das werde ich nicht so schnell vergessen. Das Leben eines Missionars kann ganz schön abenteuerlcih sein...

Mein geistliches Leben:
Ich habe in den letzten Wochen sehr sehr viel erlebt, viele Erfahrungen gesammelt und neue Dinge gelernt. In vielen Situationen hat Gott ganz neu zu mir gesprochen oder mein Denken verändert. Ich kann mit grosser Sicherheit sagen, dass ich hier genau am richtigen Platz bin, genau da, wo Gott mich haben will. Ich bin sehr dankbar, dass ich die letzten Wochen hier in Paraguay verbringen durfte, dass Gott mir die Möglichkeit gegeben hat in so viele verschiedene Bereiche einen Einblick zu gewinnen und so viele verschiedene Erfahrungen machen zu können. Das ist wirklich ein grosses Geschenk. Ausserdem ist meine Beziehung zu Gott in den letzten Wochen noch intensiever geworden, einerseits durch die vielen Erlebnise der letzten Wochen, andererseits dadurch, dass Gott in der letzten Zeit ziemlich oft sehr deutlich auf verschiedenste Weise zu mir gesprochen hat und weil ich mir in den letzten Wochen intensiev Zeit genommen habe zum Bibellesen und Beten.

Zusammenfassend:Ich bin wirklich sehr dankbar für den letzten Monat hier in Paraguay und all das, was Gott mir gezeigt hat und mich hat lernen lassen.

Gebetsanliegen:
Dank:
- für das gute Einleben hier in Paraguay
- für all die wertvollen Erfahrungen, die ich machen durfte
- für die vielen Anmeldungen für CIMA, die wir schon haben
- für die Vortschritte im Sprachelernen (auch wenn ich noch immer viel nicht verstehe)

Bitte:
- für die Finanzen, dass Gott die benötigten Mittel schenkt (mir fehlt noch knapp die Hälfte)
- für meine Zukunft, ich habe noch immer kein klares Bild vor Augen von dem, was ich nach diesem Jahr machen soll
- für die Arbeit und die Missionare von NTM, die unter den Indigenas arbeiten, dass sie genug Kraft haben um trotz der täglichen Schwierigkeiten an ihrer so wichtigen Arbeit festzuhalten

Soviel erstmal zu mir aus Paraguay. Vielen Dank für eure Gebete, Mails, Briefe, Spenden. Wenn jemand von euch mehr wissen will von dem, was ich hier so mache, der kann gerne mal bei www.myblog.de/ruth-en-argentina vorbeischauen und lesen, was ihn interessiert. (Diesmal auch aktualisiert...) Wer von euch mich gerne unterstützen möchte, kann gerne meine Konto-nummer erfragen.
Ansonsten gibt es noch zu sagen, dass sich nun meine Adresse wieder ändern wird. Leider besteht die Adresse auf meinen
Visitenkärtchen nicht mehr, da das Postfach aufgelöst wurde.

Eure Ruth



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